Hollywild

Es ist jetzt schon fast ein Jahr her, aber ich habe damals versprochen, „I´ll spread the word“.

Den Greenville Zoo kennt ja fast jeder aber kaum einer hat schon mal etwas vom Hollywild Animal Park gehört.  Wir hatten hier trotz mittlerem bis schlechtem Wetter einen kleinen Familienausflug geplant und als wir ankamen, war der Parkplatz bis auf ein paar Autos praktisch leer. Es fing an zu nieseln und meine Laune sank innerlich unter Null in der wagen Ahnung, die ganze Strecke mit nörgelnden Kindern auf der Rückbank wieder erfolglos zurück fahren zu müssen, um dann den Rest des Tages mit all der angestauten Energie unserer Jüngsten in der Bude hocken zu müssen.

Umso erfreuter war ich, als ich doch ein paar Leute an der Kasse stehen sah. Also schnell raus aus dem Auto, als uns schon von weitem ein großgewachsener Mann deutliche Handzeichen gab, wir sollen wieder umdrehen, es sei geschlossen. Aber so leicht wollte ich dann doch nicht aufgeben. Wenn die dürfen, warum dann nicht wir. Also rief ich vielleicht auch um meinem Frust etwas freien Lauf zu geben noch rüber, das wir doch jetzt den ganzen Weg gefahren seien, und uns sooo gefreut hätten und warum bloß jetzt zu sei, das könne doch nicht wahr sein!!!

Und siehe da, er winkte uns zu sich. Eintrittskarten, nein, einfach durch. Alle Mitarbeiter wären nach Hause gegangen, er sei der Manager, er mache jetzt eine kleine Privattour mit der anderen Familie (das waren die anderen zwei Autos) und uns. Freudensprünge innerlich, äusserlich ein breites Grinsen und dankbare Blicke.

Und dann ging es los: Dieser Tier Park ist etwas besonderes. Und es heißt nicht umsonst Park und nicht Zoo, den es ist zwar angeordnet wie ein Zoo, aber die Wege sind nur festgetretene Flächen und alles ist (noch) wundervoll „improvisiert“.

Und hier sind wir auch schon beim Kern der Sache: Der Manager, ein Brite, der sich auf Zoo Restaurierung spezialisiert hat, wurde hier her berufen, weil er bereits den Greenville Zoo vor vielen Jahren rundum erneuert und auf Vordermann gebracht hat. Hollywild war in den letzten Jahren nicht zu unrecht unter starker Kritik gestanden, weil die Tiere nicht artgerecht untergeracht waren. Im Gegenteil: Zu viele Tiere in schlechten Gehegen, schlechte Versorgung usw. Einer der ersten Maßnahmen unter seiner neuen Leitung war bzw. ist, mehr als die Hälfte der Tiere auszulagen, sprich neue Unterkünfte oder Zoos für diese Tiere zu finden, um den anderen „Bewohnern“ eine dem Tierschutz entsprechendes Umfeld herstellen zu können.

Und so bekamen wir einen Einblick in einen ganz diversen und sicherlich bald noch tolleren Tierpark aus erster Hand. Warum der schwarze Panther, der so zugefüttert wurde, dass er ausieht wie ein Hängebauchschwein jetzt auf strikter Diät ist. Warum die Tierpfleger mit einem halben Huhn durch das Gehege des Löwenweibchens laufen, nämlich um sie einzufangen, damit der Löwenmann, der gerade auf Brautschau ist und für das Weibchen dementsprechend „gefährlich“ ist, auch mal rausdarf – sie sich aber nicht die Bohne für das Huhn interessiert hat, sondern nur glücksselig in der Sonne geaalt hat. Undsoweiter.

Das Interesssanteste ist vielleicht sogar die Safari, die einen am Ende noch erwartet. Leider konnten wir diese nicht mehr machen, da ja alle Angestellten weg waren. Aber auf dem Parkplatz konnten wir noch einen kleinen Blick auf die ausrangierten Safaribusse sehen, mit denen man bei normalem Betrieb noch einen kleinen Ausflug über die angrenzenden Felder machen kann und noch andere „wilde“ Tiere erleben darf.

Weshalb ich das hier alles schreibe? Weil ich nach unserer Tour keinen Cent zahlen durfte. Der Manager entliess uns nur mit den Worten: „If you liked it – please spread the word. Many visitors is what this park needs.“

Hiermit getan. Bitte kommt zahlreich, habt ein Zoo erlebnis der etwas anderen Art und helft auf diese Weise mit Hollywild in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

https://www.hollywild.org/

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